Muppen  A B C
Home     Sitemap     Kontakt     Impressum 

 ein Hund ...

 Erziehung

 Ernährung &
  Gesundheit

 Muppisches

Erziehung - Allgemein

Konditionieren (Lernen)

Lernen findet über Verknüpfungen (Assoziationen) statt. Damit der Hund die Übungen erfolgreich lernt, müssen diese öfters wiederholt werden - das nennt man dann Konditionieren. Will man erreichen, dass sich der Hund auf das Kommando "Sitz" hinsetzt, müssen verschiedene Informationen im Hundegehirn miteinander verknüpft werden. Diese Verknüpfungen entstehen, wenn alle Elemente der entsprechenden Übung in einem zeitlichen Zusammenhang stattfinden. Am Beispiel "Sitz" ist dies das Signal "Sitz" und die Reaktion des Hundes "Hinterteil auf den Boden setzen". Bekommt der Hund dann sofort noch eine Bestärkung (Belohnung), wird er dieses Verhalten öfters zeigen. Konditionieren bedeutet auch Training durch Bestärkung.

Tibor sitzt
Tibor macht "Sitz" auf Distanz,
läßt sich jedoch noch Ablenken.

Bei der klassischen Form des Lernens (klassische Konditionierung) lernt der Hund über Verknüpfungen (Assoziationen). Er lernt automatisch und unbewusst. Bei der operanten Form des Lernens (Operante Konditionierung) lernt der Hund durch Ausprobieren, Erfolg oder Misserfolg. Beide Formen des Lernens treten nebeneinander auf. Als Gemeinsamkeit haben sie, dass ein Umlernen (Gegenkonditionierung ) möglich ist.

Es gibt eine wichtige Regel beim Lernen (Konditionieren) eines neuen Verhaltens. Die Regel lautet: DAA (D = Dauer, A = Abstand, A = Ablenkung)

Wenn man dem Hund ein neues Verhalten lernt, darf man nur langsam die Anforderungen erhöhen. Beispiel: Lernt man dem Hund das "Bleib" (alleine bleiben auf einem bestimmten Platz), beginnt man zuerst mit der Dauer, aber man arbeitet ohne Abstand und ohne Ablenkung. Dann erhöht man langsam die Dauer des Bleibens bis der Hund die gewünschte Zeit liegen bleibt; dann beginnt man mit einem größer werdenden Abstand am gleichen Ort zu Trainieren. Hat man dieses Ziel erreicht, beginnt man das Ganze unter Ablenkung zu Trainieren.

Wie schon besprochen, beruht hündisches Lernen größtenteils auf Wiederholungen. Damit die "Schüler" das Grundprinzip des Lernens besser verstehen und um Missverständnisse zu vermeiden wäre es wichtig , dass sich sämtliche Hundeschulen und deren Ausbilder auf eine Sprache einigen würden.

Hier einige der wichtigsten Begriffe der modernen Hundeerziehung:

Klassische Konditionierung

Der Hund lernt über "ja" oder "nein"; es ist ein Lernen von Zusammenhängen. Auf einen Reiz erfolgt eine Reaktion. Ist der Reiz positiv, wird der Hund seine Handlungen wiederholen. Bei einem negativen Reiz wird der Hund seine Handlung abbrechen. Das heißt, ein beliebiger Reiz der für den Hund normalerweise keine Bedeutung hat, bekommt über bestimmte Lernvorgänge eine positive oder negative Bedeutung.

Operante Konditionierung

Ein Hund lernt ein bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation durch die Wirkung, die er mit diesem Verhalten auslöst. Der Hund lernt bewusst an den Folgen seines Tuns. Beispiel: Zeigt der Hund eine Handlung die nichts mit seinem Frauchen/Herrchen zu tun hat und bemerkt er dabei, dass diese(r) positiv auf seine Handlung reagiert, wird er sie wiederholen. Es ist ein Lernen durch Ausprobieren.

Positiver Verstärker

Dem Hund wird etwas Positives zugefügt. Es ist ein Lob, eine Belohnung (Leckerli, Spielzeug usw.)

Negativer Verstärker

Als negativer Verstärker wird in der Hundeerziehung eine Belohnung definiert, bei der dem Hund etwas Unangenehmes entzogen wird. Um so etwas durchzuführen, wird dem Hund erst eine positive (additive) Strafe zugefügt. Beispiel: Ich drücke den Hund solange auf sein Hinterteil bis er sitzt, dann lasse ich ihn los. Er soll so lernen, dass er den unangenehmen Druck auf das Hinterteil vermeiden kann, wenn er sich hinsetzt. Dies ist nur ein Beispiel aber keine Empfehlung.

Positive (additive) Strafe

Dem Hund wird etwas Unangenehmes zugefügt: Schläge, Leinenruck, Druck auf das Hinterteil usw. Es ist die schlimmste Form von Strafe. Solche Maßnahmen, ob leicht oder stark, braucht man nicht in der Ausbildung des Hundes anzuwenden. Es geht auch anders!

Negative Strafe

Rex im Platz
Rex im "Platz"
ohne Ablenkung.

Dem Hund wird etwas Angenehmes entzogen. Es handelt sich eher um eine indirekte Strafmethode. Beispiel: Aufmerksamkeitsentzug. Der Hund springt Sie zur Begrüßung an. Sie drehen sich um und ignorieren ihn. Oft wird diese Art der Strafe missbräuchlich eingesetzt und der Hund wird über einen längeren Zeitraum isoliert. Als Ursache seines Fehlverhaltens wird oft ein Dominanzproblem diagnostiziert und die Isolation soll ihn heilen. Beispiel: Der Hund verteidigt sein Futter oder das Canapé. Dies wird von vielen Leuten als ein Rangordnungsproblem angesehen. Das ist nicht der Fall! Aus Sicht des Hundes ist es ganz normal dies zu tun. Aus Sicht des Menschen ist es unerwünscht. Isoliert man den Hund für dieses unerwünschte Verhalten, versteht er die Strafe nicht und lernt kein Ersatzverhalten. Isolation bedeutet schlichtweg Misshandlung und führt nie zum gewünschten Erfolg.

Verknüpfen

Die klassische wie auch die operante Konditionierung sind Formen des assoziativen Lernens. Im Gehirn werden verschiedene Verknüpfungen hergestellt. Nur innerhalb von o,5-2 Sekunden kann eine Verknüpfung entstehen. Man kann nicht genau vorhersagen, welche Verknüpfungen sich in den unterschiedlichen Augenblicken im Gehirn des Hundes bilden. Straft man den Hund in Gegenwart eines Kindes, kann man nie sicher sein ob er die Strafe nicht mit dem Kind in Verbindung bringt.

Signaleinführung

Der Hund lernt das Verhalten mit einem Signal zu verknüpfen, d.h. der Hund lernt, dass z.B. das Wort "Platz" hinzulegen bedeutet.

Signalkontrolle

Der Hund lernt, dass er nur dann das Verhalten zeigen soll, wenn ein Signal ertönt, sonst hat er keine Chance auf eine Belohnung. Am Anfang des Trainings wird der Hund immer bestärkt wenn er sich von selbst hingelegt hat. Jetzt bekommt er nur seine Belohnung, wenn wir ihn dazu auffordern sich hinzulegen.

Variable Bestärkung

Der Hund wird nicht mehr für jede richtige Ausführung belohnt, sondern nach dem Zufallsprinzip. Hier lernt der Hund auch zu gehorchen ohne Leckerli.

Generalisierung

Der Hund soll lernen, das Signal und das dazugehörige Verhalten immer und überall zu zeigen. Dies ist nicht immer realisierbar. Verlangen Sie nie von Ihrem Hund z.B. ein "Platz" in einer Situation in der Sie es ihm noch nie gelehrt haben. Generalisieren ist zeitaufwendig da Hunde sehr ortsgebunden lernen.

Ein perfekter Hund?

Fliegender Floh
Fliegender Floh

Sie haben Ihr Ziel erreicht. Ihr Hund kommt jedes Mal wenn Sie ihn beispielsweise rufen. Sie haben einen gehorsamen Hund. Aber wird Ihr Hund jedes Mal genau das tun, was Sie ihm sagen? Keine konditionierte Reaktion ist sichergestellt. Wesen, mit ausgebildetem Gehirn können denken. Sie können sich gegen die Konditionierung sträuben. Sie selber können Fehler machen. Darum dürfen Sie das Erlernte nicht als eine Garantie ansehen. Verlassen Sie sich niemals auf eine konditionierte Reaktion in gefährlichen Situationen. Man muss immer wieder üben, damit der Hund zuverlässiger gehorcht. Übungen welche auf einem positiven Weg aufgebaut werden, machen Spaß und verstärken die erwünschten Verhaltensweisen Ihres Hundes. Es treten weniger Probleme auf. Ihr Hund wird selbstsicherer wenn er etwas tut das er kennt und wofür er sich ein Lob verdienen kann.

Nach Oben

Copyright © 2004 - 2008  Muppen  A B C, Luxemburg
Alle Rechte vorbehalten