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Erziehung - Tipps und Tricks
Probleme
Haben Sie Probleme mit Ihrem Hund? Nein? Sie sollten trotzdem diese Seite
lesen. So können Sie sich, Ihre Familie und Ihren Hund besser schützen und mithelfen, dass
nicht immer mehr Aggressionsprobleme entstehen.
Erziehungs- und Aggressionsprobleme
Immer mehr Leute fragen sich, warum Verhaltensprobleme bei den Hunden
heutzutage häufiger vorkommen als früher. Oft liegt der Grund in der übertriebenen
Erwartungshaltung unserer modernen Gesellschaft und auch in den zu hohen Erwartungen der
Hundebesitzer. Die Probleme waren sicherlich früher die gleichen, nur heute reagiert man
darauf anders.
Die Probleme unterteilen sich in zwei Kategorien: Die im und die
außerhalb des Hauses.
Hier die häufigsten Probleme außerhalb des Hauses:
Ziehen an der Leine
Oft ist das Ziehen an der Leine der Grund, warum Hunde immer weniger
"Gassi" geführt werden. Durch Unterbeschäftigung entstehen aber wieder andere Probleme.
Solche Hunde können sich zu Dauerkläffern entwickeln oder sie fangen an ihr "Geschäft" im
Haus zu erledigen. Was wieder dazu führt, dass man sie immer mehr isoliert. Jedem, der ein
"Leinenführungsproblem" hat, empfehle ich das kleine Büchlein von Turid Rugaas "Hilfe mein
Hund zieht" (ISBN3936188114) erschienen im animal learn Verlag. Die in diesem Buch
beschriebene Methode ist sehr wirksam und für jeden Hund geeignet. Man braucht sie nur
Schritt für Schritt anzuwenden. Sie funktioniert nicht nur auf dem Hundeplatz, sondern was
viel wichtiger ist, beim täglichen Spaziergang. Beispiel: Hat man einmal keine Lust oder
Zeit zu trainieren, lässt man sich von seinem Hund ziehen. Diese Unkonsequenz hätte
normalerweise zur Folge, dass der Hund nie lernt ordentlich an der Leine zu laufen.
Turid Rugass umgeht dies mit einem kleinen Trick: Sie lässt den Hund am Halsband ziehen
aber nicht im Geschirr, oder sie nimmt dafür (fürs Ziehen lassen) eine andere Leine.
Nicht zurück kommen beim Rufen
Kommt Ihr Hund nicht zu Ihnen, wenn Sie ihn rufen, kann das mehrere Ursachen
haben. Vielleicht rufen Sie ihn immer nur um ihn anzuleinen, er wird nicht belohnt oder Sie
zeigen Ihren Ärger wenn er nicht sofort kommt.
Sie müssen Ihrem Hund den Rückruf neu beibringen. Wählen Sie dazu ein anderes
Wort oder besser noch ein Geräusch, welches Ihr Hund noch nicht kennt, eventuell mittels einer
Pfeife.
Rufen Sie ab jetzt nur noch Ihren Hund, wenn Sie 100%ig sicher sind, daß er
auch kommt und geben Sie ihm eine besondere Belohnung. Sie können auch eine Hilfsperson bitten
Ihren Hund festzuhalten. Zeigen Sie ihm, dass Sie eine super Belohnung in der Hand halten und
entfernen Sie sich einige Meter. Dann rufen Sie ihn freudig zu sich (die Hilfsperson muß den
Hund sofort loslassen) und geben ihm sofort seine Belohnung. Sie können gleichzeitig in die
Hocke gehen oder Rückwärtslaufen. Das animiert Ihren Hund noch schneller zu Ihnen zu kommen.
Steigern Sie nur langsam die Distanz und die Ablenkung. Sie können die Übungen auch mit mehreren
Familienmitgliedern zusammen spielen. Bilden Sie einen Kreis und rufen Sie abwechselnd den Hund
zu sich und belohnen ihn sofort. Aber übertreiben Sie nicht! Hören Sie auf, wenn es dem Hund
am besten gefällt.
Kommt Ihr Hund normalerweise zügig zu Ihnen zurück, stellt aber in
Ausnahmenfällen die Ohren auf Durchzug, arbeiten Sie das
Supersignal aus.
Unkontrollierter Jagdtrieb
Oft hetzen Hunde Jogger, Radfahrer usw. als Ersatzbeute. Dies bekommt man mit
geschicktem Management sehr gut in den Griff. Mehr Beschäftigung, Gehorsamkeitstraining und
dem Antrainieren eines Ersatzverhaltens. Aber was tun, wenn der Hund sich zu einem richtigen
Jäger entwickelt hat? Viele glauben, dies nur noch mit Elektroreizgeräten
oder Sprühhalsbändern in den Griff zubekommen. Dass es auch anders
geht lesen Sie hier (Anti-Jagd-T.).
Es wird Ihnen ein Anti-Jagd-Training auf Basis positiver Verstärkung erklärt.
Angst (siehe weiter unten)
Aggression (siehe weiter unten)
Die häufigsten Probleme innerhalb des Hauses:
Angst (siehe weiter unten)
Aggression (siehe weiter unten)
Allgemeiner Ungehorsam
Der Weg für die Lösung sämtlicher Probleme ist immer der gleiche, egal ob
die Ursache bekannt ist oder nicht. Sie müssen genau wissen, was Sie von Ihrem Hund erwarten.
Genau das müssen Sie ihm konsequent lernen.
Springt der Hund aufs Sofa, verbeißt Stuhlbeine und bettelt bei Tisch usw.;
wenn Sie das nicht möchten, müssen Sie
- das unerwünschte Verhalten ignorieren oder/und ein Abbruchsignal lernen: "Nein"
- ein Ersatzverhalten lernen
- das Ersatzverhalten bestärken
Angst und Aggression
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| "Komm nicht näher!"
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Bei Angst und Aggression steht die Sicherheit im Vordergrund! Gehen Sie kein
Risiko ein und befolgen Sie keine Ratschläge die für Sie oder andere eine Gefahr bedeuten, so
nach dem Moto: "Dem würde ich es zeigen wer Herr im Hause ist". Knurrt Ihr Hund Sie an,
weil er z. B. Ihre Socke nicht hergeben will, hat dies nichts mit Dominanz oder Rangordnung
zu tun. Suchen Sie sich Hilfe bei einer guten Hundeschule
die mit positiver Verstärkung arbeitet und/oder erstellen Sie ein Trainingsprogramm bei dem
Sie selbst die Kontrolle übernehmen. Sie können folgendes tun: Zuerst schließen Sie aus,
dass die Aggression medizinische Ursachen hat und verfahren dann wie folgt:
Management: man vermeidet den Auslöser, damit sich nicht das
Problemverhalten noch weiter festigt. Beim Beispiel der Socke wäre dies einfach: "Aufräumen"
. Ist Ihr Hund
aggressiv gegenüber Menschen, andere Hunde und/oder andere Tiere, müssen Sie
diese am Anfang meiden und je nach Gravität der Aggression des Hundes, ihn erst an einen
Maulkorb gewöhnen.
Wichtig ist! Beginnen Sie mit einem nicht konfrontativen Gehorsamkeitstraining,
damit Ihr Hund wieder Vertrauen
in Ihre Führungsqualitäten bekommt. Alle starken Zwangsmaßnahmen
sind nicht nur kontraproduktiv, sondern auch verboten.
Hier ein kleiner Auszug aus dem
Gesetz (PDF-Datei Seite 656-658):
Règlement grand-ducal du 18 mars 2000 déterminant des
conditions de confort minima de détention et d'entretien des animaux de compagnie.
Section 1: Chiens, Art.14.
Lors du dressage et des épreuves de chiens, il est
interdit de faire état d'une dureté excessive ou d'intimider les chiens. De même l'usage
d'instruments produisant des électro-chocs ou des ondes similaires est interdit.
Laut dem großherzoglichen Beschluss vom 18. März 2000 ist
es verboten, Hunde mit übertriebener Härte zu dressieren und einzuschüchtern und Hilfsmittel
zu verwenden, die Elektroschocks oder Ähnliches abgeben...
Alle Hilfen, wie z B. Stachelhalsbänder
und Teletakt-Geräte
sind abzulehnen. Am Anfang haben Sie mit diesen "Dressurhilfen" einen wermeintlich schnellen
Erfolg. Erinnern Sie sich noch (siehe Konditionieren)?
Jedes Training muss von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Wenn Sie allerdings "Dressurhilfen"
einsetzen, wird die Aggression Ihres Hundes nur für eine Weile unterdrückt. Bricht sie erneut
hervor, müssen Sie zu noch stärkeren Maßnahmen greifen. Gewalt erzeugt immer neue Gewalt!
Hat Ihr Hund ein angstbedingtes Aggressionsproblem (das ist meistens der
Fall), ist es oft auf eine unzureichende Sozialisierung zurückzuführen. Gehen Sie viel mit
ihm spazieren, aber halten Sie Abstand zu den angstauslösenden Dingen. Bleiben Sie ruhig,
wenn so ein "Ding" etwas näher kommt. Geben Sie Ihrem Hund ein Leckerli damit er entspannt
bleibt.
Beginnen Sie mit einem Desensibilisierungsprogramm. Nähern Sie sich
dem angstauslösenden "Ding", z. B. einem Kind, einem Hund, dem Straßenverkehr usw. nur
schrittweise. Bleibt der Hund ruhig und entspannt gehen Sie das nächste Mal einen Schritt
näher. Es muss in so kleinen Schritten geübt werden, damit die unerwünschte Reaktion nicht
ausgelöst wird.
Gegenkonditionierung: Beim Erscheinen des Auslösers bekommt der
Hund etwas was er sehr gerne mag, besondere Leckerlis oder ein tolles
Spielzeug.
Alternativverhalten aufbauen: Ist Ihr Hund ruhiger geworden,
können Sie ihm ein Alternativerhalten lernen. Das wäre z. B. Blickkontakt zu Ihnen aufnehmen
oder ruhig an dem "Ding" (Auslöser) vorbeizugehen. Zeigt Ihr Hund beim Vorbeigehen keine
Aggressionen mehr, bekommt er für das erwünschte Verhalten, Futter, ein Spiel oder Zuwendung
als Belohnung.
Vorgehensweise und Grenzen
Am besten arbeitet man an den oben aufgeführten Punkten parallel. Diese
Vorgehensweise ist langwierig aber erfolgreich. Grundsätzlich sollte Erfolg bei unerwünschtem
Verhalten vermieden werden. Bei erwünschtem Verhalten soll der Hund immer ein Erfolgserlebnis
haben.
Die Grenzen dieser Umgewöhnung werden durch Ihre Geschicklichkeit bestimmt.
Wie Sie anhand der drei folgenden Beispiele sehen, hat aber auch die Außenwelt einen nicht zu
unterschätzenden Einfluss auf das Verhalten Ihres Hundes:
Verbellt der Hund den Briefträger und der geht wie gewohnt weiter,
fühlt sich der Hund bestätigt
Verbellt und bedroht der Hund Kinder hinter dem Gartenzaun, weil
diese ihn Necken, steigert sich seine Aggression bei jeder Wiederholung
Kommt bei Leinenaggression gegen Artgenossen ein Hund dem angstaggressiven
Hund zu nahe und er kann diesen mit Knurren vertreiben, wird er jedes Mal besser in seiner
Strategie werden und immer mehr Aggressionen zeigen
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Auszug aus dem Buch Das Aggressionsverhalten des Hundes (ISBN 3936188106) von James
O'Heare, Biologe:
WIEDERHOLUNGEN VERMEIDEN
Wenn Sie herausgefunden haben, welcher Reiz bei Ihrem Hund zu einer aggressiven Reaktion führt,
muss dieser Reiz auf jeden Fall vermieden werden bis im Trainingsprogramm gezielt daran
gearbeitet wird. Jedes Mal, wenn der Hund aggressiv reagiert, lernt er dabei; das
Verhaltensmuster wird verstärkt und ist daher schwerer zu verändern. Die erste Flucht-
oder Kampfreaktion ist noch in einem bestimmten Ausmaß reflexhaft. Was danach folgt, ist aber
im wesentlichen eine Frage von Lernerfahrungen mit einem bestimmten Verhalten. Verhaltensweisen
sind Strategien. Wenn sie zum gewünschten Erfolg führen, werden sie verstärkt.
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Wenn Ihr Hund aggressiv gegen Kinder oder andere Hunde ist und diese ihm trotz
aller Warnungen immer zu nahe kommen, wird die Umgewöhnung sehr erschwert. Hat man einen Hund,
der keine Kinder mag oder einen Hund der keine Lust hat mit anderen Hunden zu spielen und diese
auch aggressiv abwehrt, ist man leider bei der Umerziehung seines Hundes auf die Vernunft, den
Respekt und das Wissen seiner Mitmenschen angewiesen.
Jeder Hundebesitzer sollte wissen wie sein Hund in verschiedenen Situationen reagieren wird
und soll vorbeugend handeln. Nimmt ein Hundebesitzer seinen Hund an die Leine und/oder geht auf
Abstand, hat das seine Gründe. Sie sollten immer erst nach Rücksprache mit dem Hundebesitzer
dessen Hund streicheln oder Ihren Hund losmachen zum Spielen. Oft wird monatelanges Training
zu Nichte gemacht, nur weil jemand den Hund, ohne vorheriges Fragen, streicheln will oder weil
ein unerzogener Hund den Angeleinten belästigt.
Die verzweifelten Hundebesitzer greifen dann zu starken Zwangsmaßnahmen wie
Stachelhalsband, Sprühhalsbänder und Elektroreizgeräte (Teletakt-Gerät) um den
Umweltanforderungen gerecht zu werden. Mit einem derartigen konfrontativen Training hat man
schnelle Anfangserfolge. Wegen des schnellen Erfolges wird oft in den Hundeschulen zu solchen
Mitteln geraten und leider werden sie auch oft angewandt, mit all seinen Konsequenzen
(siehe Gefahren beim Strafen). Anschließend treten
dieselben Probleme dann stärker und gehäufter auf, oder/und Ihr Hund zeigt noch andere
Probleme. Erinnern Sie sich noch?
Straft man den Hund mit dem Stachelhalsband oder noch Schlimmerem in
Gegenwart eines Kindes, kann man nie sicher sein, ob er die Strafe nicht mit dem Kind
(es kann auch ein anderer Hund sein) in Verbindung bringt.
Lerntheoretisch gilt, ein Verhalten muss immer wieder bestärkt werden damit
es nicht in Vergessenheit gerät. Das heißt, verändern Sie das aggressive oder unerwünschte
Verhalten Ihres Hundes durch Strafe, z. B Leinenruck, dann müssen Sie ab und zu durch den
Ruck an der Leine Ihren Hund daran "erinnern", damit er das gewünschte Verhalten zeigt.
Das gilt auch für die Belohnung. Ein absolutes Ende von Strafe oder Belohnung ist nicht
möglich! Was bevorzugen Sie? Unsere Wahl ist getroffen. Wir belohnen unsere Hunde ab und zu,
ein Hundeleben lang, anstatt sie ab und zu mit Stachelhalsband und Co zu bestärken und damit
Risiken einzugehen, die früher oder später größere Probleme hervorrufen können.
Wenn Sie ein Aggressionsproblem mit Ihrem Hund haben raten wir Ihnen
dringend, einschlägige Literatur darüber zu lesen. Schauen Sie auf unsere Bücherliste
und /oder besuchen Sie eine Hundeschule, die mit positiver Motivation arbeitet, z. B.
mit Clicker und nicht mit Teletakt, Stachelhalsband und Co.
Auch das Alter und die Gesundheit des Hundes spielen eine Rolle beim
Problemverhalten. Zeigt der Hund schon länger das unerwünschte Verhalten, dauert es auch
länger ihm dies wieder abzugewöhnen. Liegt die Ursache der Aggression in einer genetischen
Veranlagung oder/und ist in der Prägungszeit ein Unfall passiert, der den Hund aggressiv
gemacht hat, ist es unmöglich ihn ganz zu heilen. Aber eine Verbesserung erreicht man auf
jeden Fall. Je nach Grad der verbleibenden Aggressionen, ist über ein sehr gutes Management
ein Zusammenleben mit den meisten dieser Tiere gefahrlos möglich.
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Auszüge aus dem Buch Das Aggressionsverhalten des Hundes (ISBN 3936188106) von James
O'Heare, Biologe:
Verschiedene Beißgrade nach O'Heare
Beißgrade von Bissverletzungen beim Menschen
Grad 1:
Knurren, Zähne zeigen, Bellen, Fixieren, Schnappen, kein Beißkontakt.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Streiten, Drohen)
Grad 2:
Einzelner leichter Biss, kein Blut, Hund speichelt.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: körperlicher Angriff, Schlag)
Grad 3:
Einzelner Biss mit 1 bis 4 Verletzungen, die höchstens halb so tief gehen wie ein Hundezahn lang ist.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: körperlicher Angriff, Schlag)
Grad 4:
Einzelner Biss mit 1-4 Verletzungen, die tiefer gehen als ein halber Hundezahn, Beuteschütteln,
bei sehr festem Biss gibt es innerhalb von zwei Tagen einen blauen Fleck.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Angriff mit Körperverletzung)
Grad 5:
Mehrere Bisse, die tiefer gehen als die Hälfte der Länge eines Hundezahns, Beuteschütteln,
schwere Verletzungen.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Angriff mit schwerer Körperverletzung)
Grad 6:
Todesfall.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Angriff mit schwerer Körperverletzung und Todesfolge)
Beißgrade von Bissverletzungen bei Hunden
Grad 1:
Knurren oder Schnappen, kein Beißkontakt.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Streiten und Drohen)
Grad 2:
Einzelner leichter Biss, Kratzer/blauer Fleck.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Stoßen / Schubsen)
Grad 3:
Einzelner Biss, Biss in den Rücken, Kopf oder Hals, 1-4 Bissverletzungen, die höchstens halb so
tief gehen wie die Länge eines Hundezahnes.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: körperlicher Angriff, Schlag)
Grad 4:
Mehrfacher oder einzelner Biss mit Verletzungen, die tiefer gehen als die Länge eines halben
Hundezahns oder Bisse in Füße oder den Bauch.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Angriff mit Körperverletzung)
Grad 5:
Mehrfache Bisse, (schwere) Verletzungen.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Angriff mit schwerer Körperverletzung)
Grad 6:
Todesfall.
(Entsprechendes menschliches Verhalten: Angriff mit schwerer Körperverletzung und Todesfolge)
Hunde mit Beißgrad 1-3 verfügen über ein gewisses Maß an
Beißhemmung, weshalb es vergleichsweise einfach sein kann mit ihnen zuarbeiten.
Hunde mit Beißgrad 4 haben keine Beißhemmung gegenüber Menschen und Hunden. Aufgrund der
mangelnden Beißhemmung können sie daher gefährlich sein und es ist oft sehr schwierig mit
ihnen zu arbeiten.
Hunde mit Beißgrad 5-6 sind extrem gefährlich.
Prognose
Eine Prognose, ob eine Behandlung erfolgreich sein oder
fehlschlagen wird, ist sehr schwierig; es hängt von sehr vielen Faktoren ab. Wenn Sie erreichen
wollen, dass Ihr Hund alle Menschen und Hunde bedingungslos liebt, dann ist das Scheitern
vorprogrammiert. Wenn Sie als Ziel erreichen wollen, dass Sie das Problem so weit in Griff
bekommen, dass niemand gefährdet wird, dann sind Ihre Chancen besser. Setzen Sie sich also ein
realistisches Ziel!
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Wichtig: Jedes konfrontative Training mit einem aggressiven Hund ist kontraproduktiv!
Unter Trainern, Mitarbeitern von Hundeschulen und Zoologen gibt es heisse
Diskussionen, wie man mit aggressiven Hunden richtig umgehen soll. Lassen Sie sich nicht von
sogenannten Fachleuten dazu überreden, dass strenge Zwangsmaßnahmen angewandt werden müssen
um Ihren aggressiven Hund zu kontrollieren. Die wollen Ihnen unter
dem Motto: "Wir haben über 30 Jahre Erfahrung, das Wissen und Können, alle Anderen natürlich
nicht" nur ihre Methode "verkaufen". Vergessen Sie nie! Sie tragen die Verantwortung für zusätzliche Probleme die
später eventuell auftreten können.
Wahrscheinlich haben Sie dann längst die Art von Zwangsmaßnahmen vergessen
die dort angewandt wurden und sehen daher keinen Zusammenhang mit den aktuellen Problemen.
Seien Sie kritisch und nehmen Sie keine Hilfe an, bei der man eine schnelle Problemlösung
verspricht.
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